5. Installation

+Faden der Ariadne+ (2013)

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Lang und beschwerlich ist der Weg, der aus der Hölle führt ans Licht. Betrachten wir die Kunstgeschichte: Den Mythos, das Märchen, die Religion. Immer wieder treffen wir auf das Motiv des falschen Wegs, das Motiv des Verlaufens. Eines haben alle diese Geschichten gemeinsam: Sie präsentieren uns einen Anfang und auch ein Ende. Richtig und falsch. Der Faden der Ariadne leitet Theseus den Weg aus dem Labyrinth. Vergil führt Dante aus der Hölle. Betrachten wir diese Geschichten, müssen wir eins feststellen: Sie haben fast nichts mit dem Leben gemein. So einfach wie im Märchen wird es uns nicht gemacht. Der richtige Weg ist für uns selten erkennbar. Das Böse trägt nicht das Gesicht des Teufels. Das Labyrinth hat weder Anfang noch Ende. Viel eher ist es gleichzusetzen mit der menschlichen Psyche. Unendlich tief und unergründlich. Nie hört es auf zu assoziieren, Kontexte zu schaffen und zu verwerfen.

Bei der Umgestaltung des „Keller der kleinen Künste“ beschäftigt sich das „Collectif L’Homme révolté“ mit dem Motiv des Labyrinths und der Wanderschaft. Aus dem offenen und klardefinierten Raum wird eine verwinkelte Anlage aus Wegen und Umwegen geschaffen: eine intermediale Skulptur, die ihre Umgebung sowohl in sich verschlingt und verfälscht, wie auch hervorhebt und miteinbezieht. In Gängen und Nischen verliert der Besucher den Überblick, umgeben von Video- und Klanginstallationen, Objekten und performativen Aktionen: Die Erfahrung des Raumes als eine interaktive Landschaft, die Tiefe und Verwirrung auf einer neuen Ebene begreifbar machen will; eine Wanderung durch Treppen und Schluchten. Schwerpunkt dabei ist es dem Zuschauer das Gefühl der konkreten Räumlichkeit zu nehmen. Er entdeckt immer neue Orte und Personen. Sein Faden der Ariadne wird ihm aus den Händen genommen. Der Film ist hier eines der konkretesten Mittel den Raum zu sprengen. Schon Walter Benjamin erkannte es: Die Figur im Film ist immer umgeben von einer Welt. Der Betrachter erfindet sie um ihn herum. Er konstruiert sie aus dem Willen heraus seine Umgebung zu bestimmen. Durch die Verzerrung der Räume, die Aussparung von Haltepunkten, wird diese Welt pervertiert. Bis zum Zeitpunkt der Akzeptanz, des Loslassens. Oder wie Dante einst schrieb: „Ihr die hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.“

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