7. Theorie

Zu: +Beschreibung eines Kampfes+

Zur Inszenierung von Franz Kafkas Erzählung schrieb der Kunsthistoriker
Franz Hefele einen Kommentar, eine selbstreferentielle Bemerkung, keine Kritik.

(Auszug)

„Beschreibung eines Kampfes ist eine eigentümliche Mischung aus (Varieté-)
Theater, Performance, Live-Comedy und Slapstick, Lesung, Zirkus, Liederabend und
Multimediashow. Musikalisch begleitet wird das Ganze von einer „Militärkapelle“
mit folkloristischem Einschlag, einer bunten Jahrmarktsband und einer Punk-Combo,
die ein wenig an den ruppigen Garagen-Sound der späten 80er erinnert. Zum Einsatz
kommen Videos, Weihrauch, Fotos, Fesseln, Essen und Trinken und vieles mehr. Im
Raum herrscht eine Affenhitze (auf mich waren zwei Schein- bzw. Wärmewerfer
gerichtet; ich wäre fast gestorben. Kein Scheiss! Da bemerkt man seinen Körper …).
Es ist die pure Überforderung – nicht immer, aber immer wieder. Versuchen sie da
mal, Kafkas Tanz der Ebenen zu folgen; versuchen sie da mal, zu „verstehen“, um
was es geht. Sie werden scheitern – nicht immer, aber immer wieder! Das ist freilich
Programm, bisweilen immersiv, streckenweise distanzierend. Trotzdem stellt das
Ergebnis keine Kakofonie, kein Tohuwabohu der Phänomene dar. Oft gibt es
berührende, leise, intime Momente, Momente der Konzentration, in denen die Zeit zur
durée wird. Die Gags kommen auf den Punkt – manchmal vielleicht sogar etwas zu
routiniert –, die unterschiedlichen Medien greifen geschickt ineinander und lassen
zahllose Querbezüge zu, es besteht ein Überangebot an Sinn, die Unterteilung in drei
Akte mitsamt den dabei entstehenden Brüchen funktioniert außergewöhnlich gut und
überhaupt ist die Gesamtheit der Ereignisse höchst planvoll arrangiert.“

Zum vollen Text > Beschreibung eines Kampfes, Kommentar von Franz Hefele

Zu: +Faden der Ariadne+

Im Rahmen der Finissage zur +Faden der Ariadne+ hielt der
Kunsthistoriker Franz Hefele einen Vortrag über die Auslegung
des mythologischen Stoffs, der Labyrinththematik und der Erfahrung
als Grundsubstanz der vorliegenden Installation.

(Auszug)

„Vor diesem Hintergrund gewinnt die Beschäftigung des Collectif L’Homme révolté
mit dem Labyrinth-Mythos eine bemerkenswerte Konsequenz. Als moderne Daedaloiden
haben Kalas, Lars und Stefan hier im Keller des Haus der kleinen Künste ihr eigenes
Labyrinth gebaut. Es ist ein verschachteltes Raumkunstwerk, eine Art Meta-Werk, das
mehrere Videoarbeiten inkludiert. Damit ist freilich nicht gemeint, dass das Labyrinth
den Videos bloß als gestaltete Umgebung, als Rezeptionsrahmen gewissermaßen, dient.
Allein die Isolierbarkeit der Videos von der Architektur des Labyrinths, die impliziert
wäre, wenn man von diesem als Umgebung für jene spräche, fühlt sich nicht nur schief an,
sondern ist es auch. Das Verhältnis der raumgreifenden und raumbildenden Installation zu
den einzelnen Videoarbeiten ist weitaus komplexer. So nehmen die Videos nicht einfach
Bezug auf ein vorhandenes räumliches Gefüge; vielmehr sind das Gefüge und die Videos im
Zusammenspiel entstanden und konstituieren sich wechselseitig.“

Zum vollen Text > Faden der Ariadne, Vortrag von Franz Hefele


Zu: +Evropa+

Ein Essay vom Kunsthistoriker Franz Hefele zur Rauminstallation +Evropa+

(Auszug)

L’Homme révolté, Der Mensch in der Revolte – der Name des Kollektivs rührt
ebenfalls von Camus her. (…) Aktueller und – man möchte fast sagen – humaner könnte
ein Name kaum gewählt sein. Er rückt die conditio humana, deren innerster Kern
der Kampf des Einzelnen gegen sich selbst und seine Mitmenschen zu sein scheint, ins
Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein Kampf, der – wir erinnern uns an den aufständischen und
widerständigen Sisyphos – nicht selten perspektivlos geführt wird und doch geführt werden
muss. Es geht darum, nur überhaupt aufzustehen und zu handeln, sichtbar zu werden und
eine Stimme zu erlangen.“

Zum vollen Text > Über Evropa – Franz Hefele

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